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Spaceflori - Raumfahrt - All das aus dem All Print E-mail
Written by Markus Brandes   
Saturday, 30 May 2009

Raumfahrt - All das aus dem All

Fotos:Berthold Steinhilber; NASA, Text: Marc Bielefeld

Artefakte der Raumfahrt sind, 40 Jahre nach der ersten Mondlandung, immer noch stark begehrt. Sammler bieten auf Auktionen Preise, die häufig in die Höhe schießen, um alte Originalteile, Checklisten und Raumanzüge zu ergattern

Der Eintritt ins Paradies beginnt mit einem Bild der Sterne. Bei klassischer Musik tauchen Erde und Mond im nachtblauen All auf, der Schweif eines Raumschiffs zeichnet sich ab. Dann werden Raketen eingeblendet, schließlich ist vor den Augen des Betrachters Neil Armstrong zu sehen, wie er den Mond betritt. So weit das virtuelle Intro zu einem in Europa wohl einzigartigen Onlineshop (www. sflo-collection.com, www.spaceflori.com): willkommen im Einkaufshimmel für Weltraumfreaks!

So einigen Kunden, die hier ordern, würden andere womöglich einen Vogel zeigen. Wer gibt schon hunderte Euro für verkratzte Ventile aus, für Stromkabel, ein Stück Klettband oder Klumpen aus einem seltsamen Metall? Nun sind dies allerdings nicht irgendwelche Teile. Sie alle besitzen den Status, der mit dem ominösen Wort flown umschrieben ist. Mit anderen Worten: All diese Teile waren schon mal oben – im All. Fragmente von Raumkapseln, Splitter von Hitzeschilden oder Kabel und Schrauben, die sogar auf dem Mond waren.
Hübsch sind auch andere Preziosen aus der Weltraumfahrt. Etwa ein Kohlendioxid-Filter aus dem Jahr 1969, noch original verpackt von der Firma AiRe-search Manufacturing aus Los Angeles. Das vier Kilo schwere Stück längst veralteter Technik kostet – 4000 Dollar! Zur begehrten Sammlerware wird der Filter, wenn man weiß, dass er in die Apollo-Kapseln eingebaut wurde – und dass genau ein solches Teil den Astronauten während des legendären Unfalls von Apollo 13 das Leben rettete. Im gleichnamigen Film mit Tom Hanks ist es zu sehen: ein kleines Einbaustück, das die Raumfahrer auf dem Weg zum Mond umfunktionierten, um in der havarierenden Kapsel die vergiftete Luft zu reinigen. Ein Filter, der heute als Kultobjekt gilt.
Vierzig Jahre nach der ersten Mondlandung im Juli 1969 jagen viele Liebhaber solchen Devotionalien hinterher. Überbleibsel und Zeugnisse aus der Raumfahrt sind zu gesuchten Trophäen geworden, welche die Aficionados horten wie Kunstschätze. Die Klientel kommt dabei aus Europa, den USA und zunehmend jetzt auch aus China.
Von Weltraumfreunden umworben sind Artefakte aller Art. Darunter handschriftliche Briefe von Wernher von Braun, von Astronauten signierte Poster, aber auch Ventile und Einspritzdüsen von Triebwerken sowie Reste von Meteoriten, die pro Gramm bis zu 25 000 Dollar kosten. Sogar Mondstaub ist zu haben. Auf einer Kamera, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin aus Versehen fallen ließen, blieben Spuren des feinen Mondbodens zurück. Partikel grauer Asche, direkt von der Landestelle aus dem Meer der Ruhe. Kostenpunkt: 1895 Dollar.
„Ein Stück in Händen zu halten, das im All oder schon mal auf dem Mond war, ist wie ein Teil der Geschichte selbst zu berühren“, sagt Florian Noller, 32. Hinzu komme die Faszination der Technik. Letztlich jedoch interessierten sich viele Sammler für die ausgefallenen Trouvaillen, weil sie alle für einen uralten Menschheitstraum stünden. Den Aufbruch ins All.

Unweit von Stuttgart betreibt Noller seinen Versand, verkauft von dort aus „Out of this World“-Memorabilia, Souvenirs, die „nicht von dieser Welt sind“. So nennt er seine Ware, die er in jahrelanger Recherche gesucht und zusammengekauft hat. Über 50 000 Raritäten der Raumfahrt lagern bei ihm, die teuersten in Safes und Schließfächern. Darunter befinden sich Relikte aus verschiedenen Ländern und Epochen. Alte Briefmarken mit Weltraummotiven, Broschüren sowie Fotos und Kosmonauten-Autogramme aus der ehemaligen Sowjetunion. Doch sind dies eher herkömmliche Objekte.
Noller hat auch Handschuhe zu bieten, die während eines Weltraumspaziergangs schon 400 Kilometer über der Erde mit 28 000 Sachen durchs Nichts rasten. Oder einen So kol- KV2- Druckanzug samt Helm, konzipiert für die russischen Sojus- Raumschiffe. „Ich wollte das Ding immer schon mal selbst anziehen, um zu sehen, wie man sich als Astronaut fühlt“, sagt Noller. „Aber es ist nicht einfach, in den Anzug zu steigen.“ Wer die Montur kaufen will, muss 17 500 Dollar berappen.
Nollers Lieblingsstücke aber sind einige Blätter Papier. Die Checklisten von James Lovell, der mit zwei Kollegen an Bord von Apollo 8 erstmals die translunare Reise von der Erde zum Mond wagte. Darauf zu lesen sind Daten für Bahnberechnungen, Kurskorrekturen oder Befehle zum Aktivieren von Triebwerken. Technisches Kauderwelsch, das aber Kennern als epochaler Schatz gilt.
Ein echtes Schmankerl sind auch die Notfallchecklisten, die Gene Cernan dabei hatte, während er mit Apollo 17 als letzter Mann den Mond verließ. Notiert waren darauf bestimmte Prozeduren. Zum Beispiel: Was zu tun wäre, wenn die Bremsen des Mondautos versagt hätten. Ein einzelnes Blatt dieser höchst seltenen Listen wird für bis zu 15 000 Dollar gehandelt. Und es soll Leute geben, die sich solche abgehobenen Souvenirs rahmen lassen, an die Wand hängen – und betörender finden als jeden Picasso.

Sogar die großen Auktionshäuser beschäftigen sich mit dem Thema. 1993 boten die Superior Galleries erstmals Objekte aus der Raumfahrt an. Legendär war Ende desselben Jahres die Auktion von Sotheby’s in New York. Space-Freaks und Millionäre waren gekommen, um Raumfahrt-Artefakte der alten UdSSR zu ersteigern. Noller: „Da wurden für Einzelteile mehrere hunderttausend Dollar geboten.“
Auch das berühmte Auktionshaus Christie’s bot schon alle erdenklichen Fundstücke und Skurrilitäten rund um die Raumfahrt an. Für Notizen von Buzz Aldrin, die er bei Apollo 11 benutzte, wurden dabei bis zu 200 000 Dollar verlangt. Und bei Sotheby’s, munkeln Insider, soll sogar eine ganze Raumkapsel über den Tisch gegangen sein, für zwei bis drei Millionen Dollar.
In den letzten Jahren veranstalteten auch die New Yorker Swann Galleries mehrere Auktionen und brachten sechs Kataloge heraus, gespickt mit Andenken, Zeichnungen und Instrumenten aus der Geschichte der Weltalleroberung. Darunter Mondkarten, Flugpläne oder ein Transponder für die Saturn V, mit dem die gigantische Mondrakete über Funk hätte zerstört werden können, wäre sie kurz nach dem Start über bewohnten Gebieten zur Gefahr geworden.
Eines der am heißesten begehrten Stücke aber ist ein kleines Handbuch von Pete Conrad, das sich der dritte Mann auf dem Mond an den Ärmel seines klobigen Anzugs schnallte, um bestimmte Prozeduren durchzugehen. Seine Astronautenkollegen hatten in das kleine Ringbuch damals vor dem Start einen Gag geschmuggelt: Als Conrad dann auf dem Mond spazierte, blickte er mitten zwischen den Zahlen und Anweisungen plötzlich auf eine nackte Frau – auf das herunterkopierte Centerfold eines Playboy-Häschens. Ein Sammler soll dafür stolze 375 000 Dollar bezahlt haben.

Aber woher kommen all diese Funde? Die Nasa verteilte schon immer Souvenirs an Kunden, Gäste und VIPs, aber auch die Mitarbeiter versuchten, Andenken zu ergattern. Im Laufe der Jahre tauchten mehr und mehr dieser Teile auf, Astronau ten und Techniker verkauften Stücke ihrer Ausrüstung und Sammlungen, die heute in aller Welt zirkulieren. Noch heute rufen Nasa-Mitarbeiter bei Florian Noller an und bieten ihm Stücke an, die ihre Wohnzimmer schmü ck ten oder in Kellern verstaubten. Seriennummern und Zertifikate sollen dabei die Authentizität beweisen; wobei Kenner in Chat rooms oft nächtelang diskutieren, ob so manches Teil auch wirklich echt ist.

Noller dürfte dabei einer der versiertesten Experten sein. Bereits die New York Times berichtete über ihn. Der Deutsche traf auch schon James Cameron und Tom Hanks. Der Regisseur und der Hollywood-Star zählen zu den hartgesottenen Weltraumfans und können von den verschärften Erinnerungsstücken aus anderen Sphären nicht lassen. Auch der schwerreiche Tycoon Donald Trump soll ein Raum-Narr sein und Dutzende sündhaft teure Sammlerstücke besitzen.
„Die Raumfahrt, besonders die Eroberung des Mondes, ist eine der größten Errungenschaften“, sagt Alan Bean, einer der zwölf Männer, die auf dem Mond waren. Bean lebt heute in Texas, er ist Maler geworden. In seinen Gemälden versucht er, die „emotionale und spirituelle“ Seite der Mondflüge einzufangen, seine Bilder sind teils mit echtem Mondstaub besprenkelt. Seine Werke, die bis zu 100 000 Dollar kosten, kaufen Liebhaber, auf die die Weltraumfahrt bis heute einen seltsamen Reiz ausübt. 


Doch vor allem „geflogene“ Artefakte lösen bei Sammlern eine Gänsehaut aus: Genau dieses Teil war schon mal da oben! Und sei es nur das übriggebliebene Klümpchen eines Hitzeschilds der alten Kapsel von Gemini 12. Das Fragment sieht aus wie eine alte Goldkrone. Zu haben übrigens für bodenständige 99 Dollar


Wer sich für Artefakte der Raumfahrt interessiert, kann unter folgenden Seiten Informationen finden: www.spaceflori.com und www.sflo-collection.com Zum 40-jährigen Jubiläum der ersten Mondlandung von Apollo 11 finden zudem mehrere Versteigerungen bei Auktionshäusern statt. Unter anderem kommen bei Heritage Auction Galleries ausgesuchte Stücke unter den Hammer. Infos unter: www.ha.com

Der ultimative Spaziergang: Charles Duke sammelt während der Mission von Apollo 16 Mondgestein am Rand des Plum-Kraters ein (oben). Hartgesottene Weltraumfans begeistern die historischen Flüge zum Erdtrabanten bis heute: Sie ersteigern zum Beispiel Original-Checklisten – wie jene „Cue Card“ aus der Landefähre, die bei Apollo 16 mit auf dem Mond war (links). Wo einst auf der kleinen gelben Fläche ein Klettband klebte, haften noch winzige Reste echten Mondstaubs. Kostenpunkt: circa 6000 Euro

Zum Greifen nah: Dieser bullige Überzieher (links) für die rechte Hand gehört zu dem Druckanzug des Modells „Orlan“, konzipiert für Weltraumspaziergänge außerhalb der Internationalen Raumstation ISS. Der Handschuh besteht aus mehreren Schichten; die äußere aus sogenanntem Beta-Cloth, einem speziell entwickelten Gewebe, das feuerfest ist, gegen Mikrometeoriten und extreme Temperaturen schützt. Darauf zu sehen ist eine Tabelle mit Druckangaben.

Florian Noller (rechts) ist Experte für seltene Devotionalien und Artefakte der Weltraumfahrt. Für Lufthansa Exclusive stieg er erstmals in seinen Weltraumanzug vom Typ Sokol- KV2, der maßgeschneidert wurde für das Training der Astronautin Shannon Lucid, die 1996 zur Raumstation MIR flog. Noller brauchte fast eine halbe Stunde, um in den Anzug zu kommen und die schweren Handschuhe richtig überzustülpen. Sein Fazit: „Ich bin wohl ein wenig zu groß für diesen Anzug.“ Für 17 500 Dollar ist er zu haben

Für Notizhefte dieser Art zahlen Fans bis zu 8000 Dollar (rechts). Hier zu sehen sind die Manöver-Checklisten von James Lovell, der mit zwei Kollegen an Bord von Apollo 8 erstmals die translunare Reise zum Mond wagte. Das Handbuch ist von Lovell signiert

Aussicht mit Gänsehautfaktor: Als sie in 175 Kilometer Höhe hinter dem Mond hervorflogen, sahen die As tro nauten von Apollo 8 die Erde im All aufgehen (ganz rechts) Das berühmte Foto wird oft um 90 Grad gedreht veröffentlicht, aber es muss genau so sein: die Mondoberfläche in der Vertikalen, die Erde daneben

Quadratisch gut: Dieser Kasten (rechts) filterte das giftige CO2 in der Luft der Kommandokapsel. Auf dem Flug von Apollo 13 wurde dieses Teil zum Lebensretter: Als die drei Astronauten nach einer Explosion in die noch intakte Mondfähre umstiegen, funktionierten sie diesen Filter um, damit sie bis zur Rückkehr zur Erde genug reine Luft zum Atmen hatten. Das Modul wurde als „Mailbox“bekannt.

Ein bis heute original verpacktes Teil dieser Art (ganz rechts), das nicht im Weltraum war, können eingefleischte Apollo-Sammler für 4000 Dollar ergattern. Eine kurio sere Wohnzimmerdeko muss man erst mal finden

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Last Updated ( Thursday, 04 June 2009 )
 
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